Wir und unser Ansatz
Wir sind Lu & Maja. Politische Bildung begleitet uns schon seit vielen Jahren. Seit 2021 arbeiten wir eng zusammen: Wir entwickeln und moderieren gemeinsam Workshops oder fragen einander um Rat, wenn’s mal kompliziert ist. Auch wenn wir beide sehr unterschiedlich sind, verbindet uns ein gemeinsamer politischer Bildungsansatz.
Lu
Ich bin Lu, lebe in Dresden und bin in verschiedenen basisdemokratischen Projekten politisch aktiv. Seit meinem Studium der Politikwissenschaft bringe ich Theorie und Praxis in verschiedenen Workshops und Gedenkwanderungen zusammen. In meiner Arbeit schätze ich es, mit lebendigen und neugierigen Gruppen zusammenzukommen, die Lust haben, gesellschaftliche Strukturen zu hinterfragen und aktiv zu verändern.
mehr anzeigen
Aus diesem Grund habe ich 2019 das Bildungskollektiv Educat mitgegründet. Aus meiner Arbeit dort sowie meiner 10-jährigen Erfahrung in einem Wohnprojekt kenne ich die verschiedenen Phasen, die Gruppen und Kollektive von der Gründung bis zur Auflösung durchleben. Neben meiner Faszination für Gruppenprozesse schätze ich außergewöhnliche Bildungsräume, denn Umgebung und Umstände sind für mich wichtige Faktoren. Ich arbeite gern in der Natur oder in Industriebrachen und passe meine Formate an die jeweiligen Situationen und Gegebenheiten an.
In meiner Ausbildung zur A.T.C.C.-Trainerin für zivile, gewaltfreie Konfliktbearbeitung und transkulturelles Lernen habe ich Methoden erlernt, mit denen Konflikte als wertvolle Chancen für persönliche und kollektive Weiterentwicklung genutzt werden können. Besonders wichtig ist mir die konstruktive Auseinandersetzung mit Diskriminierungen und Machtstrukturen.
Das Spannungsverhältnis zwischen Realität und Utopie sowie die Auseinandersetzung mit existentiellen Fragen, Gefühlen und Beziehungen interessieren mich besonders. Wenn es keine klaren Antworten gibt, sondern der Raum für Fragen und Ideen plötzlich geöffnet wird, blühe ich auf. Gleichzeitig weiß ich eine gute Struktur, Transparenz und klare Rollen zu schätzen.
Meine Arbeit erlebe ich als sinnstiftend, wenn wir uns gegenseitig dazu ermutigen, unsere Werte und Utopien zu entdecken – vor allem, wenn wir diese in die Praxis umsetzen!
Maja
Ich bin 1988 in einer ostdeutschen Großstadt geboren, die über die Jahre zur Kleinstadt wurde. 2007 bin ich nach Dresden gezogen, habe dort Soziologie im Bachelor und Master studiert und lebe, arbeite und engagiere mich seitdem in dieser so ambivalenten Stadt, die mich erst durch die jährlichen Nazi-Großaufmärsche zum 13. Februar und später mit Pegida weiter politisiert hat.
mehr anzeigen
Mein Weg in die politische Bildungsarbeit hat 2011 im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung begonnen und mich 2015 zur politischen Erwachsenenbildung zu den Themen Geschlechterverhältnisse und Feminismus geführt. In einem 1990 gegründeten Frauen-Projekt, in dem unterschiedliche Generationen und Feminismen vertreten waren, die jeweils ihren Raum eingefordert bzw. verteidigt haben, musste ich erkennen, wie hilflos wir alle den damit einhergehenden, scharf ausgetragenen Konflikten gegenüberstanden. Und das, obwohl wir doch eigentlich auf derselben Seite stehen sollten, oder nicht?
Um zu lernen, wie der Umgang mit Konflikten und Unterschieden konstruktiver geht, habe ich von 2018 bis 2020 die Ausbildung zur A.T.C.C.-Trainerin für zivile, gewaltfreie Konfliktbearbeitung gemacht, die mich persönlich wie fachlich unheimlich bereichert hat und die bis heute die wichtigste Grundlage für meine Bildungs- und Trainingsarbeit ist.
Damit im Gepäck bin ich 2021 zum Educat Kollektiv weitergezogen. Hier hatte ich bis Ende 2024 das große Glück, mich in einem basisdemokratisch organisierten Kollektivbetrieb mit feministisch-klassenkämpferischen Themen im Rahmen von Antidiskriminierungs- und Empowerment-Arbeit beschäftigen zu können. Ich habe Gruppen kurz- wie langfristig begleitet und sie darin unterstützt, ihre eigenen Strukturen diskriminierungssensibel anzuschauen und zu verändern. Aus dieser Arbeit ist auch in Zusammenarbeit mit Lu die Broschüre „Wie können wir es es wagen? Über Versuche, Diskriminierung in Gruppen abzubauen“ entstanden.
Ein weiterer wichtiger Teil meines Lebens ist die Arbeit in der Gewerkschaftsbewegung. Gemeinsam mit meinen Mitstreiter*innen suche ich immer wieder Wege aus der Ohnmacht angesichts krisengeschüttelter Zeiten. Wir üben, wie wir unsere Utopien schon heute im Kleinen leben können. Wir finden Umgänge mit den Widersprüchen zwischen Theorie und Praxis. Wir stärken unsere Verbindungen. Diese Erfahrungen und die Kraft daraus nehme ich mit in meine Bildungs- und Trainingsarbeit.
Aus- & Weiterbildungen
- International University Akademie: Organisationsentwicklung (seit 08/2026)
- A.T.C.C.-Fortbildung: Lernen und Integration (2021)
- A.T.C.C.-Trainerin für zivile, gewaltfreie Konfliktbearbeitung und transkulturelles Lernen (2018-2020)
- Prozesswerkstatt Leipzig: Großgruppentreffen gestalten und moderieren (2019)
- B3 Institut für Beratung, Begleitung und Bildung e.V.: Gemeinsam Ziele erreichen… Weiterbildung für Moderation in Gruppen (2018-2019)
- Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, ZEPRA Zentrum für Praxisentwicklung und StoP – Stadtteile ohne Partnergewalt: StoP – Stadtteile ohne Partnergewalt (2016-2017)
Publikationen
- M. Steinhaus / L. Kracht (2023): Wie können wir es wagen? Über Versuche, Diskriminierung in Gruppen abzubauen. Hrsg. Educat Kollektiv. Online abrufbar unter: https://www.educat-kollektiv.org/wp-content/uploads/sites/90/2023/10/Educat_Wie-koennen-wir-es-wagen.pdf
- Konzeptionelle Beratung und Überarbeitung für C. Fritzsche (2021): Inter. Ein Handbuch über Intergeschlechtlichkeit. Querverlag.
- M. Steinhaus / K. Krömer (2020): F* – Feiern statt fürchten! Ein feministisches Festival. In: sowieso KULTUR BERATUNG BILDUNG. Frauen für Frauen e.V. / K. Franke / A. Siegert (Hrsg.): Dresden que(e)r durch das Jahrhundert. Geschichte und Geschichten von 1900 – 2020. Dresden, S. 183-187.
- M. Steinhaus / T. Heim / A. Weber (2020): Demokratie in »Sucksen«. Keuzer Leipzig online. Online abrufbar unter: https://kreuzer-leipzig.de/2020/11/24/demokratie-in-sucksen/.
- M. Steinhaus / T. Heim / A. Weber (2017): “So geht sächsisch!” Pegida und die Paradoxien der ‘sächsischen Demokratie’. in: Tino Heim (Hrsg.): Pegida als Spiegel und Projektionsfläche. Wechselwirkungen und Abgrenzungen zwischen Pegida, Politik, Medien, Zivilgesellschaft und Sozialwissenschaften. Wiesbaden, S. 143-196.
Bildungsansatz & politische Haltung
Politische Bildung bedeutet Verantwortung übernehmen
Politische Bildung nach unserem Verständnis befähigt Menschen dazu, Verantwortung für Vergangenes und Zukünftiges zu übernehmen. Sie ist darauf ausgerichtet, zu verstehen, welche gesellschaftlichen und ökonomischen Strukturen uns und unser Denken, Fühlen und Handeln als Einzelpersonen wie auch als Gruppen prägen.
Politische Bildung orientiert sich an Werten
Unsere Bildungsarbeit zielt darauf ab, (gemeinsam) handlungsfähig zu werden und die gegenwärtigen Verhältnisse zu verändern, die uns gesellschaftlich ausgrenzen, uns in unserer Selbstbestimmung begrenzen, uns durch Gewalt verletzen und die uns die Grundlage für ein würdevolles Leben nehmen. Gemeinsam haben wir die Utopie, Räume zu schaffen bzw. zu stärken, in denen Menschen mit ihren Unterschieden und Gemeinsamkeiten an einer emanzipatorischen Veränderung der Gesellschaft gut zusammenarbeiten können.
Politische Bildung braucht Dialog
Wir selbst sind in feministischen, antikapitalistischen und basisdemokratischen Zusammenhängen politisch zu Hause. Unsere Erfahrungen und persönlichen Hintergründe spielen eine wichtige Rolle in unserer Bildungs- und Trainingsarbeit. Wir sind selbst als ganze Personen Teil der Lern- und Austauschprozesse, die wir in unseren Formaten eröffnen, denn: Politische Bildung basiert auf authentischem Austausch und Dialog.
Politische Bildung basiert auf Vertrauen
Gemeinsam wollen wir neue Beziehungsweisen erlernen und Verhaltensweisen verlernen, die uns voneinander trennen. Mit Geduld, Nachsicht und Vertrauen wollen wir euch bei euren ersten, zweiten und auch dritten Schritten von der Theorie eines besseren (Zusammen-)Lebens in die oft schwierige Praxis begleiten. Lasst uns zusammen mutig sein!