Formate
Wir arbeiten zu vielen unterschiedlichen Themen. Eine Auswahl unserer Formate findet ihr hier. Darüber hinaus sind wir für eure konkreten Anfragen und Anliegen ansprechbar. Wir arbeiten lokal in Dresden und Sachsen, reisen aber auch gerne in andere Städte und Regionen.
Gestaltung von Dialog- und Diskursräumen
Moderation
Externe Moderation
Ihr braucht eine externe Moderation für eure Teamklausur oder ein heikleres Treffen? Ihr sucht eine Rahmenmoderation für einen Fachtag, eine Podiumsdiskussion, eine Lesung oder sonstige Austauschformate? Inzwischen haben wir fundierte Erfahrungen in unterschiedlichsten Veranstaltungen gesammelt – fragt uns gerne an!
Konflikte als Raum für kollektive Entwicklung: Gruppenprozesse bewusst gestalten
Workshops & Prozessbegleitungen
Strukturen gestalten – Handlungsräume erweitern: Prozessbegleitungen zur Teamentwicklung (Dauer: 1 Tag bis langfristige Begleitung)
Wie können wir konstruktiv zusammenarbeiten? Wie bringen wir unsere Arbeitsweise in Einklang mit unseren Werten? Wie ermöglichen wir dabei echte, verantwortungs- und vertrauensvolle Mitbestimmung im Team? Welche politischen und wirtschaftlichen Umstände beeinflussen dabei unsere Arbeitsbedingungen? Welche Spielräume haben wir darin und wie können wir sie erweitern?
Je nach euren Bedarfen begleiten wir euch über einen oder mehrere Termine hinweg zu den Themen, die euch besonders beschäftigen.
Diskriminierungssensible Organisationsentwicklung (Prozessbegleitung: mind. 3 Termine)
Diskriminierende Haltungen und Verhaltensweisen begegnen uns überall: in kleinen oder großen Gruppen, in ehrenamtlichen oder hauptamtlichen Strukturen und zuletzt in uns selbst, auch wenn wir das gar nicht wollen. Meinen wir es ernst mit Gleichberechtigung, Perspektivenvielfalt und Beteiligung, müssen wir uns mit diskriminierenden Strukturen auseinandersetzen und sie abbauen. Denn sie führen dazu, dass Menschen systematisch benachteiligt
und ausgeschlossen werden.
Darum bieten wir neben einzelnen Workshops auch mittel- und langfristige Prozessbegleitungen an. Im Rahmen dieser machen wir diskriminierende Strukturen und Verhaltensweisen ausfindig, besprechbar, analysieren sie und begleiten euch dabei, sie abzubauen.
Wir unterstützen euch dabei, einen verantwortungsvollen und stärkenden Umgang mit Betroffenen sowie mit Diskriminierung unbewusst und/oder ungewollt Ausübenden zu entwickeln und langfristige Veränderungen in eurem Miteinander und euren Arbeitsstrukturen anzustoßen, um die Werte eurer Gruppe wiederzuspiegeln, gemeinsam zu wachsen und eure Angebote zugänglicher und offener zu machen.
Du kannst mich mal! Ein Workshop zu Mustern im Konflikt (Dauer: 3 Stunden bis 2 Tage)
Konflikte nerven hart und am schwierigsten – wenn wir mal ehrlich sind – finden wir uns oft selbst. Weil wir uns irgendwie im Weg rumstehen, nicht wissen, was wir eigentlich wollen oder nicht wissen, wie wir kriegen sollen, was wir wollen. Weil wir einfach überfordert sind mit der Gesamtsituation, überrollt oder völlig blockiert von unseren Gefühlen.
Wie wir uns dann verhalten, hängt stark von der Person und Situation ab. Manche werden bockig, andere (passiv-)aggressiv und wieder andere ziehen sich zurück und vermeiden. Um uns selbst besser kennenzulernen, gehen wir unseren eigenen Erfahrungen mit Konflikten auf die Spur. Wir schauen uns an, welche Bedürfnisse und Ängste uns eigentlich (unbewusst) antreiben, was wir mit Grenzen verbinden (unseren eigenen und denen Anderer), welche Verhaltensmuster wir in Konflikten oft unbewusst abspulen und was das eigentlich soll mit diesen inneren Widerständen.
Mit Hilfe vieler praktischer Übungen probieren wir gemeinsam ganz viel aus. Wir üben, über unsere Wahrnehmungen, Gedanken und Gefühle zu sprechen und einen konstruktive(re)n Umgang damit zu finden, wenn (mal wieder) Krise ist.
Beratung und Begleitung für Kollektive & Hausprojekte: solidarisch, selbstorganisiert, handlungsfähig! (Dauer: ab 3 Stunden bis langfristige Begleitung)
Ob frisch gegründet oder schon lange aktiv – kollektive Projekte sind ein spannendes Abenteuer. Selbstverwaltung bedeutet, Dinge selbst in die Hand zu nehmen, Strukturen zu gestalten und Verantwortung zu teilen. Dabei läuft nicht immer alles rund: Die Gruppe muss sich finden, Entscheidungen ziehen sich in die Länge, Konflikte tauchen auf und oft stehen Gruppen vor der Frage, wie sie ihre Ideale von Gleichberechtigung und Solidarität mit den Anforderungen eines kapitalistischen Umfelds in Einklang bringen können.
Wir unterstützen euch dabei, den Überblick zu behalten und eure Gruppe so aufzustellen, dass sie langfristig stabil und lebendig bleibt. Ob bessere Kommunikation, kluge Entscheidungsprozesse oder eine tragfähige Organisationsstruktur – wir unterstützen euch auf diesem Weg. Das bedeutet, wir teilen unser Wissen und unsere Erfahrungen mit euch und wollen gleichzeitig von euren Kollektivexperimenten lernen und mit euch gemeinsam neue Wege ausprobieren.
Macht macht was! (Dauer: ab 6 Stunden)
Macht prägt jede Zusammenarbeit – doch wie können wir sie konstruktiv nutzen, anstatt von ihr bestimmt zu werden? Wie gestalten wir Macht so, dass sie sich an unseren Werten orientiert und nicht in destruktive Dynamiken mündet?
In diesem Workshop geht es darum, ein positives, weil konstruktives Machtverständnis zu entwickeln. Dafür nutzen wir das Machtraum-Modell nach dem A.T.C.C.-Ansatz, das euch dabei hilft, Macht in eurem eigenen Gruppenkontext zu analysieren.
Mithilfe praktischer Übungen betrachten wir die Achsen Verantwortung – Willkür, Vertrauen – Manipulation sowie Gewalt – Dialog. Wir besprechen konkrete Beispiele aus eurer Zusammenarbeit, in denen Machtungleichgewichte oder -konzentrationen problematisch sind.
Ziel ist es, konkrete Schritte und Verabredungen zu entwickeln, um den Umgang mit Macht in eurer Gruppe so zu verändern, dass ihr sie gemeinsam konstruktiv für die Erreichung eurer Ziele nutzen könnt.
Zwischen Selbst und Struktur - Reflexionsräume für persönliches und kollektives Handeln
Workshops
Einführungs- und weiterführende Workshops zu Geschlechterverhältnissen und Sexismus (Dauer: ab 3 Stunden)
Was bedeutet Geschlecht eigentlich – gesellschaftlich und für uns persönlich? Wie beeinflussen Stereotype, Rollenbilder und Zuschreibungen unser Denken und Handeln? Und welche Auswirkungen hat das auf unsere eigenen Erfahrungen und Möglichkeiten?
In diesem Workshop nähern wir uns dem Thema Geschlecht auf verschiedenen Ebenen:
- Wir reflektieren unsere eigene Positionierung und Sozialisation.
- Wir setzen uns mit theoretischen Grundlagen zu Geschlecht, Rollen und Diskriminierung auseinander.
- Wir übertragen die Theorie in die Praxis, indem wir uns konkrete Alltagsbeispiele kritisch anschauen.
Einführungs- und weiterführende Workshops zu Klassenverhältnissen und Klassismus (Dauer: ab 3 Stunden)
Wie prägt der Kapitalismus unsere Gesellschaft und welche Rolle spielen Klassismus und soziale Ungleichheit dabei? Was sind eigentlich diese ominösen Klassen und welche Rolle spielt unsere eigene Klassenzugehörigkeit für unser Leben und unsere Möglichkeiten? Welche Strategien für Widerstand, Solidarität und kollektive Organisierung gibt es?
In diesem Workshop setzen wir uns mit Klassenverhältnissen auseinander und stärken unser Bewusstsein für strukturelle Ungleichheiten und kollektive Handlungsmöglichkeiten:
- Wir reflektieren eigene Privilegien und Benachteiligungen.
- Wir setzen uns mit unterschiedlichen Lebensrealitäten auseinander.
- Wir lernen, die eigenen Erfahrungen im Kontext von Kapitalismus und Klassismus zu verstehen und Handlungsspielräume zu erkennen.
Vielfältige Verbindungen – Polyamorie und andere Beziehungsweisen (Dauer: ab 3 Stunden)
Alternative Beziehungsmodelle wie Polyamorie bieten Raum für vielfältige Formen von Liebe und Bindung. „Poly“ ist ein Überbegriff, der die Möglichkeit beschreibt, mehrere enge, romantische oder sexuelle Beziehungen gleichzeitig zu führen – immer mit der Zustimmung aller Beteiligten. Doch was hinter „poly“ steckt, ist vielschichtig und hängt von den individuellen Bedürfnissen und Vorstellungen ab. Jede Form von Polyamorie ist einzigartig und verändert sich oft im Laufe der Zeit.
In diesem Workshop möchten wir gemeinsam die verschiedenen Arten von Beziehungsmodellen erkunden und deren soziale und politische Implikationen besprechen. Durch praktische Übungen und Diskussionen werden wir Themen wie Nähe, Selbstbestimmung, Unsicherheiten und Bindung aufgreifen. Dabei geht es darum, wie wir in nicht-monogamen Beziehungsstrukturen authentisch bleiben und für uns selbst sowie unsere Partner*innen sorgen können.
Der Workshop richtet sich an alle – unabhängig davon, ob du schon Erfahrungen mit alternativen Beziehungsmodellen hast, oder ob du gerade erst anfängst, dich damit zu beschäftigen.
Ungleich, unbezahlt und unsichtbar - Emotionale Arbeit in Beziehungen (Dauer: ab 3 Stunden)
In jeder Beziehung – sei es in Freund*innenschaften, der Familie oder in Liebesbeziehungen – fällt emotionale Arbeit an. Doch diese Arbeit bleibt oft unsichtbar und unbezahlt. Ob wir uns um die Gefühle anderer kümmern, Konflikte bearbeiten oder einfach für einander da sind: Wir leisten sie ständig, ohne sie als „Arbeit“ anzuerkennen.
Dazu kommt, dass emotionale Arbeit in der Regel ungleich ist: Oft sind es FLINTA*, die diese Verantwortung übernehmen, ohne dafür Anerkennung oder Entlohnung zu bekommen. Wer sorgt für andere und bleibt dabei oft unbemerkt? Wer trägt die Last der Fürsorge und wer kann sich diese Arbeit einfach nicht leisten?
In diesem Workshop wollen wir uns die unsichtbaren Strukturen der Sorgearbeit genauer anschauen. Wir sprechen darüber, wie wir sie sichtbar machen können und sammeln Ideen, wie wir Fürsorge in unseren Beziehungen anders miteinander gestalten können.
Dieser Workshop richtet sich an Einzelpersonen genauso wie an Beziehungszusammenhänge, wie Paare, Freund*innenkreise oder Wohngemeinschaften.
Klassenkrampf? Klassismus in antikapitalistischen Gruppe (Dauer: ab 4 Stunden)
Nur weil wir uns politisch gegen Armut, Ausbeutung und Ausgrenzung, also kurz gefasst gegen den Kapitalismus engagieren, heißt das noch lange nicht, dass wir in diesen Zusammenhängen über unsere soziale Herkunft und Position sprechen und Klassismus in der eigenen Politgruppe bewusst und aktiv begegnen. Klassismus bedeutet Diskriminierung und Ausgrenzung aufgrund der sozialen und/oder Klassenherkunft und richtet sich zum Beispiel gegen einkommensarme, erwerbslose und wohnungslose Menschen sowie Arbeiter*innenkinder.
Damit das mit dem Klassismus in der eigenen antikapitalistischen Gruppe nicht so bleibt, müssen wir dringend reden! In diesem Workshop beschäftigen wir uns mit unserer eigenen sozialen Herkunft und Position, wie sie unser Handeln und Sein in der Gruppe beeinflusst und warum es so verdammt schwer ist, die eigenen Klassenhintergründe mit anderen zu teilen. Wir überlegen außerdem, wo uns Klassismus in unserer eigenen politischen Arbeit und Organisierung begegnet und tragen erste Ideen zusammen, wie wir das ändern könnten, um (endlich!) den Sprung über die Lücke zwischen antikapitalistischer Theorie und politischer Praxis zu wagen.
Stark im (eigenen) Widerstand - Was fördert, hindert, prägt unsereren Aktivismus? (Dauer: 1 bis 2 Tage)
Als Teil linker Bewegungen kämpfen wir täglich gegen die Ausbeutung im Kapitalismus, das Patriarchat, Rassismus und eine sich zuspitzende Klimakrise. Wir setzen uns leidenschaftlich für eine bessere Welt ein, doch der Weg ist steinig: Die Krisen scheinen übermächtig, und oft fühlen wir uns als kleine Gruppe ohnmächtig angesichts des gewaltigen Systems, das uns umgibt. Wir stehen unter Hochdruck. Wir sind wenige und unsere Kräfte sind begrenzt. Der ständige Fokus auf dringende politische Aufgaben und die gewaltvollen Strukturen, gegen die wir ankämpfen, führen oft zu Erschöpfung.
Inmitten all dieser Krisen fragen wir uns: Wie können wir politisch wirksam bleiben, ohne uns selbst und unsere Ideale zu verlieren? Dieser Workshop ist eine Einladung, einen Schritt zurückzutreten und innezuhalten. Wir nehmen uns bewusst Zeit, um die Auswirkungen des ständigen Handlungsdrucks auf unseren Aktivismus zu untersuchen. Wo und wie reproduzieren wir Machtverhältnisse und Strukturen, die wir eigentlich ablehnen? Wo haben wir Vertrauen, übernehmen Verantwortung und arbeiten solidarisch zusammen? Und an welchen Punkten erleben wir Willkür und Manipulation, die unser gemeinsames Handeln lähmen?
Um die Veränderung zu schaffen, die wir uns wünschen, müssen wir die destruktiven Dynamiken in unserem Aktivismus erkennen und entschlossen gegen sie angehen. Nur so können wir Formen finden, die uns ermächtigen, anstatt uns zu erschöpfen. Gemeinsam wollen wir herausfinden, was uns als Gruppe stärkt und welche Formen der (Zusammen-)Arbeit unsere Werte wiederspiegelt.
Der Workshop richtet sich an alle, die in politischen Gruppen aktiv sind und sich für eine gerechtere Welt einsetzen.
Handlungsspielräume ausweiten: Werkzeuge für eine selbstbestimmte politische Alltagspraxis.
Trainings
Kleines Handlungstraining gegen Diskriminierung (Dauer: ab 3 Stunden)
Diskriminierendes Verhalten begegnet uns überall – es ist Teil des Alltags. Das Spektrum an Formen ist vielfältig und reicht von anzüglichen Blicken über Gesten, Sprüche und Textnachrichten bis hin zu körperlichen Übergriffen – mal mehr, mal weniger subtil. Trotz oder gerade wegen der großen Präsenz grenzüberschreitender Situationen in unserem Alltag machen solche Übergriffe uns oft sprachlos, sie geben uns das Gefühl, ohnmächtig und klein zu sein.
Um das zu ändern, werden wir uns in diesem Workshop unterschiedliche Strategien aneignen, wie wir diskriminierendem Verhalten klare, v.a. verbale Grenzen setzen können – als direkt Betroffene wie auch als Anwesende. In Rollenspielen erproben wir deren praktische Anwendung und schaffen so eine Grundlage dafür, zukünftig Grenzüberschreitungen keinen Raum mehr zu geben.
Antisexistische Pöbelaktion (Dauer: 3,5 Stunden)
Alltagssexismus? Kennen wir zu Genüge – haben wir satt! Ob aufdringliches Gestarre, abwertende Sprüche oder körperliche Übergriffe – wir lassen uns nicht länger sprachlos machen!
In diesem Workshop packen wir unser ganzes Arsenal aus: Mimik, Gestik, Geräusche, Humor, Schlagfertigkeit und kollektive Power! Gemeinsam üben wir, lachen und empowern uns gegen jede Art von sexistischem Bullshit. Denn Feminismus ist nicht nett – er ist notwendig!
Von der Ausrede zur Aktion: Profeministische Interventionen gegen Alltagssexismus (Dauer: 8 Stunden)
Ja, Sexismus ist wirklich ein Problem – und auch viele cis Männer wissen das mittlerweile. Solidaritätsbekundungen gibt’s viele, aber wenn’s drauf ankommt? Schweigen, Überforderung, Rückzug. Doch wer wirklich profeministisch gegen Alltagssexismus intervenieren und Betroffene unterstützen will, muss sich mehr trauen, als wohlmeinende Worte auf T-Shirts durch die Gegend zu tragen.
In diesem Workshop packen wir’s an: Wie seid ihr durch das Patriarchat geprägt? Warum fühlen sich Schuld und Scham oft so lähmend an? Und vor allem – wie kommt ihr ins Handeln? Mit Selbstreflexion, Biografiearbeit und konkreten Strategien unterstützen wir euch dabei, Verantwortung zu übernehmen, Alltagssexismus aktiv entgegenzutreten und solidarisches Verhalten von der Theorie in die Praxis zu übersetzen.
Für: cis Männer. Das bist du, wenn dir bei der Geburt das männliche Geschlecht zugewiesen wurde und du dich damit identifizierst.
Spuren der Geschichte: Austauschräume zu kollektivem Gedenken gestern, heute und morgen
Gedenkwanderungen & internationaler Austausch
Auf den Wegen antifaschistischen Widerstands: Gedenkwanderungen in der Sächsischen Schweiz (Dauer: 1 Tag bis 1 Woche)
Die Sächsische Schweiz war und ist nicht nur ein Ort der Natur und Idylle – sie war auch Schauplatz von nationalsozialistischem Terror, von Verfolgung und Widerstand. Während unserer Wanderungen machen wir sichtbar, was allzu leicht verdrängt wird: den Faschismus in der Region, die Menschen, die sich ihm entgegengestellt haben, und die Kontinuitäten rechter Gewalt bis heute. Wir folgen den Spuren derer, die ihr Leben riskierten, um sich gegen das nationalsozialistische Regime zu wehren – und die bis heute viel zu wenig Anerkennung erfahren.
Die Touren beinhalten aktive Auseinandersetzungen mit der Vergangenheit und ihren Auswirkungen auf die Gegenwart. Dabei ist Erinnern keine neutrale Praxis – sie beeinflusst unser Denken und Handeln im Hier und Jetzt. In diesem Sinne heißt kollektives Gedenken, Verantwortung zu übernehmen. Wir hinterfragen, warum so viele Widerstandsakte in Vergessenheit geraten sind, warum Täter*innen oft länger gewürdigt werden als ihre Opfer und wie sich rechte Ideologien über Jahrzehnte in neuen Formen halten konnten. Wir sprechen darüber, wie die DDR-Zeit die Erinnerungskultur in Ostdeutschland prägt. Außerdem sprechen wir über Neonazistrukturen in der Region nach 1990 und über die aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen, die zeigen: Der Kampf gegen Faschismus ist noch lange nicht gewonnen.
Remembering Across Borders – Finding Ways of a Transnational Culture of Memory
Geschichtliche Ereignisse prägen unsere Gesellschaften – sie beeinflussen Identität, Zugehörigkeit und politisches Handeln. Doch Erinnern ist geprägt von gesellschaftlichen Erzählungen, kulturellen Deutungen und politischen
Interessen.
Wir organisieren und begleiten internationale Austauschprojekte, die die Vielfalt von Erinnerungskulturen beleuchten und sich mit folgenden Fragen beschäftigen:
- Welche Geschichten werden erzählt und welche verschweigen wir?
- Wie beeinflussen nationale Narrative unser Denken und Handeln heute?
- Wo gibt es Unterschiede, wo Gemeinsamkeiten im Erinnern?
- Kann es eine transnationale Erinnerungskultur geben und was braucht es dafür?
Im Mittelpunkt stehen dabei Dialog, Perspektivenvielfalt und gegenseitiges Lernen. Das Format soll den Raum für Austausch über persönliche, nationale und globale Erinnerungspraxen öffnen.